Lesung im frei:Raum

Am vergangen Sonntag hatte ich die Ehre beim gemeinnützigen Verein frei:Raum in Siegen zu Gast zu sein. In dieser gemütlichen und familiären Location durfte ich eigene Texte aus dem Leben „der Rollstuhlfahrerin, die fliegen kann“ vortragen. Dabei ging es nicht nur um mein Leben mit der Diagnose progressive Muskeldystrophie, sondern auch um das Zusammenleben mit meiner Assistenzhündin Emily, die mir seit 10 Jahren treu zur Seite steht.

Die Lesung wurde atmosphärisch abgerundet durch die musikalische Begleitung des Musiker Trios bestehend aus Mechthild Hendricks (Fiddle), Roland Jung (Gitarre) und Jürgen Clemens (Bass).

Zahlreiche Gäste besuchten die Lesung und ließen es sich bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen gut gehen. Es wurden Spenden in Höhe von 250,00 € gesammelt, die dem Verein VITA Assistenzhunde e.V. zu Gute kommen werden.

Wer am Sonntag nicht dabei sein konnte und gerne mehr über „die Rollstuhlfahrerin, die fliegen kann“ erfahren möchte, kommt einfach zur nächsten Lesung am 17.11.17 um 19:30 Uhr in der Johanneskirche in Köln-Brück (Eintritt frei)

Lesung auf der 7. Heider Kunsttour

Zum 7. Mal fand am vergangenen Sonntag im „malerischen“ Fach­w­erk­dorf Heid in der Gemeinde Wen­den die „Heider Kunsttour“ statt. Alle zwei Jahre wird das Dörfchen inzwischen zur Kulisse für Künstler und Hobbymaler. Bei traumhaftem Wetter genossen die Besucher eine ganz besondere Atmosphäre mit tollen Künstlern, schöner Musik und leckeren kulinarischen Spezialitäten.

Auch Emily und ich durften Teil dieses besonderen Events sein. Im gemütlich hergerichteten „Speakers Corner“ trug ich zum ersten Mal verschiedene Texte aus meinem Blog in zwei Lesungen vor. Mir klopfte das Herz bis zum Hals, als ich begann aus „Abschieden und Neuanfängen mit Muskeldystrophie“ zu lesen, aber einmal angefangen, war es ein wunderbares Gefühl den Zuhörern meine Geschichte näher zu bringen. Emily wich mir die ganze Zeit nicht von der Seite und ihre Anwesenheit gab mir Sicherheit. Während meiner Lesungen begleitete mich die Band “Molly Ban“, die mit ihrer Musik für die nötige Portion Gänsehaut sorgten.

Ich werde noch lange von diesem besonderen Tag zehren und bedanke mich für die Einladung und das wunderbare Publikum.

 

 

 

Sehnsucht

Mein Herz ist schwer und sorgenvoll.

Mein Atem geht flach und mühselig. Es ist als würden alle Sorgen und all der Schmerz mir die Luft nehmen. Mich lähmen und erstarren lassen.

Das einzige Zeichen von Lebendigkeit, sind die Tränen, die über mein Gesicht laufen. Meine Hände können sie nicht auffangen – sie liegen regungslos, fast wie unbeteiligt in meinem Schoß.

Meine Muskeln sind müde, wie versteinert. Das letzte bisschen Kraft scheint entwichen zu sein und es fühlt sich an, als wäre kein Leben mehr in Ihnen. Mein Körper nur noch eine Hülle. Kein Werkzeug mehr, das mich befähigt – nur noch Substanz, die den inneren Kern zusammenhält.

 

Mein Geist ist voll und wird überschwämmt von Fragen, die wie ein Quälwerk alles zermalmen, was jemals Bedeutung gehabt hat. Der Vergleich macht alles zu Nichte, tötet jedes Quentchen Glück und lässt mich fast verzweifeln. Immer wieder ist da die Frage nach dem Sinn? Die Frage, wozu das alles gut ist und was mir das Leben sagen will? Die Antworten bleiben stumm.

In all dem Nebel suche ich nach Halt und nach Antworten. Meine Orientierungslosigkeit zwingt mich dazu inne zu halten, hinzuspüren. In mich zu gehen und zu forschen – weg vom Außen, hin zum Inneren. Ich finde den Punkt, wo es am meisten weh tut. Er ist da, wo die Sehnsucht und die Angst dicht gepaart nebeneinander sitzen.

 

Die Sehnsucht nach körperlicher Unversehrtheit.
Die Angst vor dem Fortschritt und dem Verlust.

Die Sehnsucht nach Lebendigkeit und Unbeschwertheit.
Die Angst vor Erschöpfung und Verzweiflung.

Die Sehnsucht danach dazu zu gehören und gleichwertig zu sein.
Die Angst davor isoliert und allein zu sein.

Die Sehnsucht danach meine Worte zu verschwenden, anstatt sie sorgfältig auszuwählen.
Die Angst davor meine (innere und äußere) Stimme zu verlieren.

Die Sehnsucht danach meine Hand auszustrecken und dich zu berühren, frei und hemmungslos.
Die Angst davor, irgendwann ins Leere zu greifen und daran zu zerbrechen.

Die Sehnsucht danach mich frei zu bewegen, zu tanzen und das Glück zu spüren, welches das Blut ungefiltert durch meine Adern pumpt.
Die Angst davor gefangen zu sein in mir selbst und den Zugang zum Glück zu verlieren.

Die Sehnsucht nach Stille in meinem Kopf, nach Annahme und Akzeptanz.
Die Angst vor Widerstand und Kampf.

Die Sehnsucht nach dem Leben.
Die Angst vor dem Tod.

 

„Vielleicht“ flüstert eine leise Stimme in meinem Kopf, „muss man alles verlieren, um alles zu besitzen. Vielleicht müssen die leidvollen Momente, genauso ihren Platz im Leben haben, wie die glücklichen Momente, damit man eben diese in Dankbarkeit annehmen kann. Vielleicht geht es nicht darum, was war oder was einmal sein wird, sondern darum was jetzt grade ist und genau das vertrauensvoll anzunehmen. Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem wir uns selbst erkennen. An dem wir verstehen, wie das Leben wirklich gemeint ist.“

Ich denke darüber nach und langsam aber sicher überkommt mich ein Gefühl von Trost und Geborgenheit und ich fühle mich den Antworten viel näher als den Fragen.

 

Anderssein

Passend zum Wochenende möchte ich heute einen Text veröffentlichen, den ich vor einigen Jahren noch in meiner Zeit als Fußgängerin geschrieben habe. Ich erinnere mich noch sehr gut an diese besagte Nacht und an die Gefühle, die mich damals so bewegten. Auch wenn der Text eher schwermütig ist, schildert er doch sehr schön, meinen Schmerz und die tiefe Sehnsucht danach Eins zu sein mit mir selbst und mit anderen.

 

Im gedämmten und schummerigen Licht des Nachtclubs beobachte ich die tanzenden Gestalten. Die meisten von Ihnen haben durchtrainierte, wohlgeformte und scheinbar makellose Körper. Sie bewegen sich rhythmisch und mit verschwenderischer Leichtigkeit zum Klang der Musik. Mit ihren fließenden und kraftvollen Bewegungen verleihen sie ihren Gefühlen auf spielerische Weise Ausdruck. Die Frauen machen dabei selbst auf hochhackigen Schuhen eine gute Figur und ziehen die Blicke mit eleganten und aufreizenden Bewegungen auf sich. Selbstbewusst spielen sie mit Ihrer Außenwirkung, um Sinne zu verzaubern, Sehnsüchte zu wecken und Neider erblassen zu lassen.

Die Musik ist so laut, dass der Bass meinen Herzschlag kontrolliert. Ich lehne betont lässig gegen das Geländer der Treppe, welches mir einen gesicherten Blick auf die Tanzfläche verschafft. Immer wieder schaue ich unsicher umher, jederzeit gefasst auf eine Gefahr, die mich von den Füßen holen oder aus dem Gleichgewicht bringen könnte.

Verstohlen ziehe ich an meiner Zigarette. Umgeben von all diesen feiernden Menschen fühle ich mich allein und so gänzlich anders. Meine Lebendigkeit, meine Leichtigkeit, meine Liebe zum Leben sind gefangen in diesem morbiden Körper und finden keinen Weg nach draußen.

Wie paralysiert beobachte ich dieses Schauspiel mit seinen bizarren Akteuren – wie sich ihre Körper annähern, aufreizen, fast miteinander verschmelzen, um sich dann doch wieder zu trennen, damit der Kreislauf von neuem beginnen kann. Die Tanzenden bewegen sich wie im Rausch, verfallen in Ekstase und werden Eins miteinander.

Als der Rhythmus der Musik endlich seinen Höhepunkt erreicht, kippe ich meinen Jägermeister herunter – das Gefühl von Andersartigkeit und Getrenntsein schwindet im dumpfen Nebel des Rausches, bis ich meinen eigenen Körper nicht mehr spüre und endlich Leichtigkeit empfinde.

Ein kleiner, aber feiner Videobeitrag über meinen Gewinn des ERGO Awards #DeinWeg2016

Nachdem ich Ende letzten Jahres mit meinem Blogbeitrag „Von Abschieden und Neuanfängen mit Muskeldystrophie“ völlig unerwartet und überraschend den ERGO Award #DeinWeg2016 gewonnen habe, war vor einigen Tagen ein Kamerateam der ERGO Deutschland bei mir zu Hause und hat einen Videobeitrag über mich gedreht.

In dem Video berichte ich unter anderem darüber, wie es zu dem Gewinn beim ERGO Award #DeinWeg2016 kam. Außerdem  spreche ich über die Ziele meines Blog, über meine Leidenschaften zu denen vor allem meine Hündin Emily und meine Reisen in ferne Länder zählen sowie über meine Zukunftspläne. Schaut es Euch an und seht selbst…

Neuanfang

Jeder von uns stand in seinem Leben schon einmal vor der persönlichen Herausforderung, dass sich der eigene Lebensweg plötzlich in zwei Richtungen gabelte und uns eine Entscheidung abverlangt wurde: gehe ich meinen bisherigen Lebensweg weiter oder biege ich ab und wage einen Neuanfang?

Solche Entscheidungen, die uns das Leben von Zeit zu Zeit immer wieder abverlangt, fallen nicht nur unglaublich schwer, sondern sind in der Regel auch folgenreich für uns und die Menschen, die uns umgeben. Wen wundert es da, dass wir häufig aus Angst eine falsche Entscheidung zu treffen, auf dem vertrauten Weg verbleiben. Doch genau auf diesem vermeintlich sichereren Weg bleibt eben auch so manches von unseren Potentialen und Möglichkeiten auf der Strecke.

So erging es auch mir: ich stand schon seit längerer Zeit an einem Scheideweg, nicht wissend, für welche Richtung ich mich entscheiden soll. Es ging dabei für mich um die Klärung der Frage, wie es zukünftig beruflich für mich weitergehen soll. Diese Frage stellte sich für mich nicht etwa, weil ich meinen Job als Sozialpädagogin/-arbeiterin nicht liebe, sondern weil mich dieser Job sehr viel Kraft kostet. Um genau zu sein, er kostet mich so viel Kraft, dass am Ende eines Tages nicht genug Energie für das eigentliche Leben übrig bleibt. Um den Anforderungen meines Alltags oder anders gesagt meinem Tagespensum gerecht zu werden, muss ich mich ständig disziplinieren, permanent alles von mir geben und an vielen Baustellen gleichzeitig kämpfen. Da bleibt so wenig Platz für das eigentliche Leben, für das Sein, für mich und meine Bedürfnisse.

Über Monate hinweg habe ich mir immer wieder aufs Neue diese Fragen gestellt: Kann ich mir die Arbeit gesundheitlich noch länger leisten? Ist sie mir das Wert? Wie schlecht muss es mir gesundheitlich noch gehen, damit ich aufhöre, permanent meine Grenzen zu überschreiten? Das, was Raubbau an meinen körperlichen und mentalen Kräften betreibt, ist nicht etwa nur die reine Arbeitszeit, es ist auch das was alles nötig dafür ist – das davor und danach, was für einen gesunden Menschen kaum der Rede wert ist.

Obwohl ich tief in meinem Inneren die Antworten auf diese Fragen schon kannte, habe ich sie lange Zeit ignoriert und mir eingeredet: Ich brauche eine klare Aufgabe. Ich brauche eine feste Arbeit. Ohne Arbeit kein Geld und ohne beides kein sozialer Stellenwert. Immer wieder habe ich mich verglichen und mir gesagt, alle anderen (ob behindert oder nicht behindert) kriegen das doch auch hin, warum also ich nicht?! Die Angst, keine Aufgabe, keinen Status, keinen Mehrwert mehr (für die Gesellschaft) zu haben, hielt mich lange davon ab eine Entscheidung zu treffen. Wer bin ich denn noch, wenn ich keinen festen Job mehr habe? Was bin ich ohne Job noch wert? Wofür habe ich studiert und all die Jahre gekämpft? Dafür, dass ich mit Anfang 30 in Rente gehe? Wenn schon behindert, dann doch bitte mit einem guten Job und möglichst unabhängig, so war lange Zeit mein Denken geprägt.

Viel zu lang habe ich im Außen nach Antworten auf meine Fragen und Bestätigung für meine Gedanken gesucht. Vielleicht sogar auch nach einer Absolution. Doch ich fand nichts von alledem. Meine Angst und meine Unsicherheit vor dem Neuen und Ungewissen haben meinen Mut und meine Sehnsucht nach Veränderung immer wieder im Keim erstickt. Erst nach und nach habe ich begriffen, dass nur ich selbst mir die Antworten auf meine Fragen geben kann. Dass ich den Mut und das Vertrauen haben muss, meinem inneren Kompass zu folgen. Dass das Leben mich tragen wird, so wie es mich bisher immer getragen hat. Und das auch in dieser Hinsicht auf einen Abschied wieder ein Neuanfang folgen wird.

Vielleicht wusste es das Schicksal besser als ich und hat mich deshalb vor knapp einem Jahr dazu geführt, diesen Blog hier ins Leben zu rufen. Erst durch das öffentliche Schreiben und die zahlreichen Rückmeldungen, die ich auf meine Texte hin bekommen habe, habe ich erkannt, dass ich auch neben meinem beruflichen Dasein sehr wohl eine wichtige Aufgabe und einen Mehrwert für die Gesellschaft habe. Mir ist klar geworden, wieviel allein ich mit meinen Texten bewegen kann – ich kann andere Menschen damit berühren, kann Mut und Hoffnung geben, kann in mancher Hinsicht als gutes Beispiel voran gehen, kann Denken verändern und eine neue Sicht auf die Dinge vermitteln, kann Barrieren beseitigen und Brücken bauen.

Mit dem Schreiben habe ich einen Weg gefunden, dem was durch mich in die Welt will, Ausdruck zu verleihen. Das gibt mir Kraft und macht mich frei. Es hat in mir den Mut entfacht Altes loszulassen und mich für Neues zu öffnen. Auch wenn ich momentan noch ganz am Anfang meines neuen Weges stehe und nicht weiß, was dieser alles für mich bereit halten wird, so spüre ich doch, dass es richtig ist ihm und meiner inneren Sehnsucht zu folgen.

Eins habe ich verstanden, während ich an dieser Weggabelung stand und verzweifelt nach Antworten gesucht habe: es gibt kein richtig oder falsch. Richtig ist, was sich gut anfühlt, was mich glücklich macht und mir Kraft zum Leben gibt. Und das ich in erster Linie mir und meinen Erwartungen an mein Leben gerecht werden muss und niemand anderem. Ich selbst trage die Verantwortung für mein persönliches Glück und habe jeden Tag aufs Neue die Chance es zu gestalten.

„In uns selbst liegen die Sterne unseres Glücks!“

(Heinrich Heine)

 

An solch dunklen Tagen…

Kürzlich hatte ich wieder einen dieser „dunklen Tage“. Wer kennt sie nicht? Tage, an denen man sich zu nichts motivieren kann, keine Energie hat und einfach alles zuviel und zu schwer erscheint.

An solchen (meist kalten Winter-)Tagen möchte ich mir am liebsten die Decke über den Kopf ziehen, in meinem warmen Bett bleiben und mich vor der Welt da draußen verstecken. Einfach allem aus dem Weg gehen, mich in mein inneres Schneckenhaus zurück ziehen und erstmal nicht wieder heraus kommen.

Vor allem meinen Körper, der nicht so funktioniert wie ich es mir wünsche, erlebe ich dann als pure Frustration und Provokation des Lebens. Meine Arme sind an solchen Tagen gefühlt doppelt so schwer wie sonst, der Brustkorb ist wie zugeschnürt, sodass das freie Atmen schwer fällt und mein Bewegungsradius ist noch kleiner, als er sowieso schon ist. Alles scheint schier unerreichbar. Und dabei spreche ich nicht von der Durchführung großer Projekte oder Unternehmungen, sondern von den kleinen Alltäglichkeiten, wie anziehen, Zähne putzen, mit Emily spazieren gehen, meine Assistenz anleiten, usw.

Nicht nur mein Körper, auch mein Kopf spielt an solchen Tagen gern mal verrückt. Alles ist zuviel, jede Anforderung direkt schon eine Überforderung und der Mut sich dem Leben zu stellen ist einfach verschwunden. An solchen Tagen empfinde ich eine unglaubliche Ohnmacht und Ungerechtigkeit darüber, mit einem „nicht funktionierenden“ Körper leben zu müssen; mit einem Körper, der sich meist müde, träge oder schmerzend anfühlt; der sich weigert die Bewegung auszuführen, die mein Kopf ansteuert; der nicht einmal die ureigenen Bedürfnisse befriedigen kann; der von anderen Menschen gepflegt, versorgt und positioniert werden muss.

Um ehrlich zu sein, das tut wahnsinnig weh, denn ich weiß, das es niemals wieder anders sein wird. Mit dieser Beeinträchtigung zu leben, sie als gegeben zu akzeptieren ist für mich (manchmal) unglaublich schwer.

Doch das ist nicht das Ende meiner heutigen Geschichte. Nein, denn dann wäre ich nicht ich!

 

Was hilft an solchen Tagen?
Mir hilft es, mich immer wieder auf das Hier und Jetzt zu besinnen, wenn meine Gedanken in der Vergangenheit nach Vergleichen kramen oder Horrorszenarien für die Zukunft kreieren. Achtsam mit meinen Gedanken und Gefühlen umzugehen – mir diese bewusst zu machen, ihnen Raum zu geben und sie nach Möglichkeit anzunehmen und zu respektieren (gelingt natürlich nicht immer ;-)). Für mich zu sorgen, indem ich Dinge tue, die mir gut tun oder die mir gute Gefühle vermitteln (eine heiße Badewanne & ein gutes Buch, mit einer lieben Freundin in die Sauna gehen, mein Lieblingsessen kochen & anschließend bewusst genießen, Kopfhörer auf & sich von der Lieblingsmusik berühren lassen, Texte wie diesen schreiben, …).

Aber es helfen auch liebe Menschen, die versuchen so gut es geht meine Hände und Füße zu ersetzen. Die mit kreativen Ideen unmögliches möglich machen. Die an meiner Seite stehen, auch wenn mich mal für kurze Zeit die Hoffnung verlässt. Die mich zum Lachen bringen, auch wenn mir zum Heulen zu Mute ist. Die nicht müde werden mir zu zeigen, wie schön das Leben doch eigentlich ist.

 

Letzte Woche Sonntag war einer dieser dunklen Tage für mich. Ich kam nicht gegen meinen eigenen inneren Schweinehund an. Sah mich ihm hilflos ausgeliefert. Doch ich hatte das unfassbare Glück, das liebe Freunde mich (gegen meinen Willen) eingesammelt haben und sich mit mir zum Schlitten fahren aufgemacht haben. An diesem vermeintlich dunklen Tag durfte ich wieder einmal erfahren, wie schön das Leben doch eigentlich ist! Wie bunt und wie facettenreich! Das Freud und Leid nah beieinander liegen können, ohne sich gegenseitig auszuschließen. Dass das Glück keinen Unterschied macht zwischen gesund oder krank, Fußgänger oder Rollstuhlfahrer, Helfender oder Hilfeempfänger, solange man sich darauf einlässt. Glück entsteht meiner Meinung nach da, wo wir uns bewusst einlassen: aufeinander, auf die Natur, auf Emotionen und Situationen.

Während wir mit dem Schlitten durch den Schnee sausten, war mein ganzer Schmerz, meine Ohnmacht und Frustration vergessen, obwohl sie immer noch da, noch in mir waren. Ich spürte die Kälte auf meiner Haut; den Schlitten, wie er unter mir weich über den Schnee dahinglitt; lauschte den vergnügten Lauten der Kinder, die ausgelassen im Schnee tobten; beobachtete meine Emy dabei, wie sie quietsch vergnügt wie ein junger Hund durch den Schnee flitzte; sah das zufriedene Lächeln auf den Gesichtern meiner Freunde, weil ihre Mission geglückt war.

An diesem Nachmittag konnte ich spüren, wie sich mein Herz wieder Stück für Stück öffnete für die Wunder des Lebens. Ich konnte fühlen, wie das Glück jede Zelle meines Körpers durchströmte und erkannte letztendlich:

Auch an solch dunklen Tagen… Ist das Leben schön!

 

*Lasst mich an Euren Erfahrungen teilhaben – wie verbringt Ihr solche dunklen Tage? Was habt Ihr für Geheimrezepte zur Bekämpfung des inneren Schweinehunds? Was bedeutet für Euch Glück?
Ich freue mich auf Eure Kommentare …

 

 

 

 

 

Keep on rollin in 2017

Zum Jahresende möchte ich noch einmal die Gelegenheit nutzen und mich bei Euch allen für die wahnsinnige Unterstützung und den positiven Zuspruch bedanken!

2016 war für mich ein Jahr der privaten Abschiede und der beruflichen Neuanfänge! All die Höhen und Tiefen haben meinen Blick für die wesentlichen Dinge in meinen Leben noch einmal zurecht gerückt und mir letztendlich geholfen meinen Fokus neu auszurichten!

Ich habe Neues gewagt und bin dafür unendlich belohnt worden – mit Eurer Beigeisterung & Anteilnahme für meine Texte habt Ihr nicht nur mein Herz berührt, sondern mir auch klar gemacht, was ich alles bewegen kann.

Ich habe viel vor in 2017 und Ihr dürft gespannt auf neue Texte und Projekte sein.

Nun wünsche ich Euch allen einen guten und friedlichen Rutsch ins neue Jahr! Möge 2017 viel Positives für uns bereithalten – vor allem aber Frieden , Liebe, Glückseligkeit und mehr Zeit für die Menschen & Dinge, die uns etwas bedeuten!!!

Und meistens kommt es anders, als man denkt…

Alles begann mit einer harmlosen Internetrecherche

zum Thema, wie optimiere ich meinen BLOG (ich als Blogger-Anfänger bin immer offen und dankbar für neue Tipps). Beim Stöbern durchs World Wide Web stieß ich durch Zufall auf einen Blogbeitrag von Thorsten Luttmann, indem er über seine Teilnahme am Wettbewerb ERGO Award #DeinWeg 2015 berichtete. Ich hatte noch nie zuvor von einem solchen Wettbewerb gehört und so las ich, was er dazu auf seinem Blog „ZWISCHENZEITEN“ schrieb:

„Manchmal sind es die kleinen Dinge, die ein Leben verändern können. Manchmal sind es Augenblicke, in denen sich zufällig etwas ereignet, manchmal dann, wenn Du es am wenigsten erwartest. Und manchmal bringen Dich diese Augenblicke auf einen Weg, von dem Du vielleicht nie gedacht hast, dass Du ihn einschlagen würdest. Oder wolltest. In eine Zukunft, die Du Dir so nie erträumt hättest. Wohin Dich dieser Weg bringt? Das weiß ich nicht. Es ist die Reise Deines Lebens. Deine Suche nach dem Licht. Und manchmal musst Du einfach die Dunkelheit suchen um das Licht zu finden.“

Diese Zeilen berührten mich sehr und machten mich neugierig. Ich las weiter zu den Hintergründen und erfuhr, dass die ERGO Versicherungsgruppe einmal im Jahr einen Award vergibt, der mit Preisen im Gesamtwert von 11.500 € dotiert ist. Der Award richtet sich an Menschen, die an ihre Träume glauben. Menschen, die sich mit möglichen Schwierigkeiten auseinandersetzen und dennoch nicht von ihrem Weg abweichen. Menschen, die in einem Beitrag Ihren persönlichen Weg beschreiben und dabei Mutmacher für andere sind.

 

Ich dachte direkt: „Das schaffe ich auch – da mache ich mit!“

Dabei ging es mir in erster Linie gar nicht um das in Aussicht gestellte Preisgeld, denn ehrlich gesagt rechnete ich mir anfangs keine großen Chancen aus zu gewinnen. Es ging mir vielmehr um die Herausforderung und den Reiz, meinen eigenen Lebensweg in Worte zu kleiden und andere Menschen daran teilhaben zu lassen. Darüber hinaus erhoffte ich mir natürlich meinen erst kürzlich gestarteten Blog bekannter zu machen und neue Leser zu gewinnen.

Tatsächlich vergingen jedoch noch ein paar Tage, in denen ich immer wieder über eine mögliche Teilnahme nachdachte, für und wider gedanklich abwägte, bis ich schließlich den Mut fasste und anfing zu schreiben (zu diesem Zeitpunkt verblieben mir noch knapp 48 Std. bis zum Einsendeschluss, was mir zugegebenermaßen ziemlich Bauchweh bereitete).

 

Einmal angefangen, hörte ich nicht mehr auf zu schreiben.

Ich war voller Adrenalin und schrieb mir in einem unbeschreiblichen Work-Flow alles von der Seele. Ich machte eine Reise durch die Vergangenheit, hin zu schönen und auch weniger schönen Momenten. Ich kehrte mit jeder einzelnen Zeile mein Innerstes nach Außen und hielt dies schwarz auf weiß fest.
Als ich nach zwei Tagen fertig war, blickte ich, zwar hundemüde, dafür aber voller Stolz auf mein Werk. Ich hatte es tatsächlich geschafft dem Erlebten und meinen Gefühlen mit Worten Ausdruck zu verleihen. Worte, die selbst mich berührten!

Ich reichte den Beitrag nur wenige Stunden vor Einsendeschluss ein und wartete gespannt auf die Entscheidung der 6-köpfigen Jury. Knapp eineinhalb Wochen musste ich mich in Geduld üben, doch als ich dann endlich das Ergebnis erfuhr, ging ein Freudenschrei durch meine vier Wände – ich war tatsächlich unter den 20 Finalisten!

 

Was dann passierte, hätte ich mir nie träumen lassen…

So wie sie mich berührt haben, müssen meine Worte wohl auch all die Leser berührt haben, denn anders kann ich mir nicht erklären, wie mich so viele Menschen unterstützen konnten! Mehr als 1000 Menschen haben in den letzten 10 Tagen für mich abgestimmt und noch weitaus mehr Menschen haben meinen Beitrag gelesen.

Mir verschlug es sprichwörtlich die Sprache, als ich mitbekam, welche Wellen der Anteilnahme und Begeisterung meine Geschichte auf meinem Blog, Facebook und anderen sozialen Medien auslöste und wie viele Menschen meinen Beitrag teilten oder anderweitig Werbung dafür machten.

Dadurch kam es dann auch dazu, dass der Sauerlandkurier auf mich aufmerksam wurde und mir eine Interviewanfrage über Facebook schrieb. Ich dachte zunächst ich sehe nicht richtig, als ich lass, dass Sie gerne einen Bericht in Ihrer Sonntagsausgabe über meine Geschichte veröffentlichen wollen, um mich zu unterstützen. So kam es dann tatsächlich auch und der Bericht schaffte es sogar auf die Titelseite! Ich war sprachlos und stolz zugleich!

 

Ich hatte schon gewonnen, bevor das Ergebnis des Online-Votings überhaupt feststand.

Unglaublich viele Menschen haben mir in den letzten 10 Tagen, seit der Veröffentlichung meines Beitrags geschrieben und mir ihre Anerkennung ausgesprochen. Zahlreiche Kommentare auf meinem Blog, Beiträge auf Facebook, Whats Apps und E-Mails rührten mich mehr als einmal zu Tränen. Jede einzelne Rückmeldung hat mir Kraft gegeben und Mut gemacht den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen.

Ich war so viele Jahre davon überzeugt meine Erkrankung trenne mich von den Menschen. Durch die Geschehnisse der letzten Wochen durfte ich jedoch wieder einmal erfahren, dass sie uns in Wirklichkeit miteinander verbindet. Diese Erkenntnis ist wohl das größte Geschenk!

 

Ich habe den Award tatsächlich gewonnnen!

Ich kann es immer noch nicht glauben, aber ich habe den ERGO Award #DeinWeg 2016 tatsächlich gewonnen.

Zunächst geht mein Dank an die ERGO Versicherungsgruppe für diesen großartigen Wettbewerb. Durch den Gewinn bin ich meinem Traum, ein Buch zu schreiben, ein gutes Stück näher gekommen.

Danken möchte ich auch den anderen Teilnehmern vom ERGO Award #DeinWeg 2016 für den Mut Ihre wunderbaren und zum Teil sehr persönlichen Geschichten mit der Öffentlichkeit zu teilen. Nur so kann dieser tolle Wettbewerb überhaupt Zustande kommen.

Außerdem danke ich Euch, meinen Lesern, von Herzen für die großartige Unterstützung, den selbstlosen Einsatz und das tolle Feedback. Es bewegt mich sehr, wie viele Menschen hinter mir und meiner Geschichte stehen. Eins kann ich Euch versprechen, ich werde weiterschreiben und für mein Ziel kämpfen!

In diesem Sinne

keep on rollin’

ERGO Award #DeinWeg 2016 – bitte gebt mir Eure Stimme!!!

Seit heute morgen und noch bis zum 30.11. könnt Ihr unter nachfolgendem Link für Euren Favoriten beim ERGO Award #DeinWeg 2016 abstimmen:

http://blog.ergo.de/de/Mut-Machen/1611/Dein-Weg-2016-Wer-soll-gewinnen.aspx

Es wäre unglaublich toll, wenn Ihr mir Eure Stimme gebt und mir damit helft, meinem Ziel ein Buch zu schreiben ein Stückchen näher zu kommen.

Ich möchte mich an dieser Stelle schonmal bei allen für die unglaubliche Unterstützung und Anteilnahme während der letzten Wochen bedanken! Das bestärkt mich darin auf dem richtigen Weg zu sein.

Jetzt liegt es in Eurer Hand: bitte votet für mich und drückt die Daumen!!!